Dienstag 22. September 2009

Konferenz „weltwärts“ - Ubuntu, Voluntarism and Freiwilligenarbeit

Vom 2. bis 3.September 2009 fand in der Andreas-Hermes-Akademie die von SAGE Net e.V. (South African German Network Deutschalnd e.V. in Koopperation mit JUGENTI (Kooperation Jugend und Entwicklung International) organisierte Konferenz „weltwärts“ - Ubuntu, Voluntarism und Freiwilligenarbeit statt.Die Konferenz wurde vom Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) im Rahmen der weltwärts Begleitmaßnahmen finanziell unterstütztt .

Hier finden Sie den ausführlichen Bericht mit Beiträgen und Ergebnissen der Veranstaltung


Schwerpunkt und Ziel der Konferenz war der Erfahrungsaustausch und die Diskussion über Wirkungen und Erfahrungen des weltwärts-Programms  unter besonderer Berücksichtigung anderer Freiwilligenprogramme am exemplarischen Beispiel Südafrikas.
Teilnehmer waren organisationsübergreifend Vertreter verschiedener Entsendeorganisationen, südafrikanischer Partnerorganisationen, Vertreter von Vorfeldorganisationen sowie des weltwärts-Büros, Forscher sowie 20 ehemalige Freiwillige aus 13 verschieden Entsendeorganisationen des ersten weltwärts-Zyklus‘.
Für letztere fand bereits im Vorfeld eine 2-tägige (31.09-01.09.09) Pre-conference statt, deren Ziele es waren über die Organisationsgrenzen hinweg die Erfahrungen mit dem eigenen Aufenthalt am exemplarischen Beispiel Südafrika zu diskutieren, eigen Ideend er Nachhaltigkeit des weltwärts-Programms und wie es konzipiert sein sollte, um positive Effekte für alle Beteiligten (volunteer, hosting organisation, sending organisation, global political) zu erzielen. zur Nachhaltigkeit des Progamms einzubringen und sie auf die Teilnahme an der Hauptkonferenz vorzubereiten.

Am Vorabend der Hauptkonferenz wurden bereits angereisten Konferenzteilnehmern durch Kurzfilme über einige südafrikanische Projekte gezeigt, in denen SAGE Net e.V. weltwärts-Freiwillige bereits ihren Freiwilligendienst absolviert haben auf die Konferenz eingestimmt. Im Anschluss fand ein  „Storytelling“ statt, in dem zurückgekehrte Freiwillige den übrigen Konferenzteilnehmern über ihre Erfahrungen als weltwärts-Freiwillige in Südafrika berichteten.

Die eigentliche Konferenz wurde durch Claus-Bernhard Pakleppa (2. Vorsitzender von SAGE Net e.V.) sowie durch Ansprachen des Bonner Oberbürgermeisters Peter Fingers eröffnet bevor Hans-Dietrich Lehmann, Ministerialdirektor des BMZ in einem Einführungsvortrag über die Erfahrungen des ersten weltwärts Jahres berichtete und Zukunftsperspektiven aufzeigte.
In  Podiumsdiskussionen, Vorträgen, Workshops und Kleingruppenarbeit und –gesprächen, wurden  Fragen, Herausforderungen, Erfolge und Erfahrungen zu und mit weltwärts im Allgemeinen und im Besonderen am Beispiel Südafrika diskutiert sowie Ideen zur Verbesserung des Programms ausgearbeitet. Ebenfalls wurden Erfahrungen anderer Freiwilligenprogramme, die nicht im Rahmen von weltwärts entsenden, miteinbezogen und ausgewertet.
Das ehrgeizige Ziel des BMZ  im Jahr 2010 10.000 Freiwillige weltwärts zu schicken, wurde während der Konferenz immer wieder thematisiert. Freiwillige, Entsendeorganisationen und Partnerorganisationen waren sich einig, dass der Fokus auf Qualität, also auf einer gründlichen Auswahl und einer intensiven Vorbereitung und Nachbereitung der Freiwilligen sowie der Projektpartner vor Ort, und nicht auf die schnelle Entsendung allzu vieler Freiwillige gelegt werden sollte. Eine große Rolle spielte auch die Frage wie Partnerschaften zwischen deutschen und südafrikanischen Teilnehmern nur im gemeinsamen Dialog entwickelt werden können.
Auch hier wurde die Grundfrage der Pre-conference nach Nachhaltigkeit des weltwärts-Programms sowie des Grundsatzes der Gegenseitigkeit (reciprocity) wieder aufgegriffen. In diesem Zusammenhang wurde der Aspekt eines reverse-programmes diskutiert, in Zuge dessen es Jugendlichen aus dem Partnerland im Rahmen von weltwärts ebenfalls ermöglicht werden soll in Deutschland einen Freiwilligendienst zu absolvieren. Außerdem wurde diesbezüglich auch die Idee entwickelt, dass die Freiwilligen am Einsatzort mit südafrikanischen Freiwilligen zusammenarbeiten, damit die Arbeit nach der Rückkehr des deutschen Freiwilligen fortgesetzt wird – was zu einer deutlich höheren Verzahnung des Gesamten Programms führen könnte und damit eine gemeinsame Lernerfahrung für alle Beteiligten ermöglichen würde.
Seitens der südafrikanischen KonferenzteilnehmerInnen wurde darauf aufmerksam gemacht, dass die Freiwilligen für Organisationen auch eine Belastung darstellen würden, da sie meist sehr jung (oft direkt von der Schule kommend) und nicht genügend qualifiziert für die teilweise sehr anspruchsvolle Arbeit sind. Notwendig ist dementsprechend eine bessere Kommunikation zwischen deutscher Endsendeorganisation und den Projektpartnern vor Ort, in der die  Projektpartner ein Profil erstellen (Was brauchen wir, was können wir bieten?), demzufolge die Endsendeorganisation die Freiwilligen auswählt.Am aller wichtigsten ist aber das gemeinsame abklären der Ziel für die Partnerorganisation aber auch für den Freiwilligen.
In einem waren sich alle Teilnehmer jedoch einig: weltwärts ist ein Programm mit vielen Chancen, Perspektive und großem Potential, das durch die Ansätze, die auf der Konferenz geschaffen wurden, noch verbessert werden kann, sodass es einen noch größeren Nutzen aller Beteiligten mit sich bringt.