Die Zusammenarbeit zwischen Köln und Pretoria hat mittlerweile eine 5jährige Geschichte. Aus den kollegialen Beziehungen von Lehrern des Kölner Blüchergymnasiums und der Deutschen Schule Pretoria entstand eine Zusammenarbeit, die seit 1999 Jugendliche aus Köln und Pretoria zusammenführt. Allerdings ohne die Unterstützung des Amtes für Kinder, Jugend und Familie der Stadt Köln wäre diese Kooperation nicht möglich gewesen.
Die Jugendbegegnungsprogramme haben sich unter der Verantwortung des Blücher-Gymnasiums, des Rheingymnasiums Köln und der Deutsche Schule Pretoria mittlerweile verselbständigt. Damit wurden Kapazitäten frei, die in neue Projekte investiert werden können.
Eines dieser Projekte ist die Aufnahme einer Schulpartnerschaft zwischen einer Grundschule in Township Mamelodi und einer Grundschule in Köln. Dabei geht es vorrangig um die Verbesserung der Bildungssituation, aber auch um die Einrichtung freizeitpädagogischer Angebote ganz im Sinne der Offenen Ganztagsschule. Die Zusammenarbeit zwischen Jugendhilfe und Schule hat zum Ziel, zur Optimierung des Bildungsauftrages und mit der Implementierung außerschulischer Angebote zur Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen beizutragen.
Der zukünftige Status vieler Entwicklungsländer ist wesentlich vom Bildungsstandard ihrer Bevölkerungsgruppen abhängig. Gut ausgebildete junge Leute sichern nicht nur ihre eigene Existenz, sondern tragen zum Wohlstand des gesamten Landes bei. Die zahlenmäßig stärkste Bevölkerungsgruppe in den meisten Entwicklungsländern sind Kinder und Jugendliche mit einem Anteil von bis zu 75 %. Die Übernahme politischer Verantwortung geht einher mit einer qualifizierten Bildung und Ausbildung. Die Zusammenarbeit zwischen den Schulen in Köln und Mamelodi soll ihren Beitrag dazu leisten.
Die Deutsche Schule, zu der zu Zeiten der Apartheid Kinder und Jugendliche aus Mamelodi keinen Zugang hatten, hat sich nach Beendigung der Apartheid vor 10 Jahren diesen Gruppen öffnen müssen. So gibt es mittlerweile eine Vielzahl von Kooperationen mit Schulen in Mamelodi mit dem Ziel, sowohl den Lern- und Lehrbetrieb zu unterstützen als auch sich begabten Schülerinnen und Schülern als weiterführende Bildungseinrichtung anzubieten.
Obwohl der Township Lebensraum unterschiedlicher sozialer Gruppen ist, gibt es eine Vielzahl noch nicht beherrschbarer Probleme. Neben AIDS ist das vor allem Gewalt, Missbrauch, Drogen und Kriminalität in jeglicher Form. Alles ist mehrfach gesichert. Das betrifft die Gebäude selbst, aber auch die Ausstattung und die Technik. Unternehmungen nach Einbruch der Dunkelheit sind für den Großteil der dort lebenden Bevölkerung mehr als gefährlich. Eine betreute und organisierte Jugend- und Freizeitarbeit gibt es nicht.
Aufgrund dessen sind die Schulen ein wichtiger Ansprechpartner. Sie bieten den Schutz, der den Kindern außerhalb des Schulgeländes nicht gewährt wird. Sie versorgen ihre Schülerinnen und Schüler aber auch mit Nahrungsmitteln, die vielen Kindern zu Hause fehlen. Deshalb sind die Schulen auch für Projekte Jugendhilfe und der non-formalen Bildung wichtige Ansprechpartner.
Der Kontakt zur Pula Difate Primary School in Mamelodi ging aus einem Treffen im Rahmen einer Jugendbegegnung hervor. Aus den Schilderungen und den Situationsberichten heraus entstand der Gedanke, eine Partnerschaft zwischen dieser Grundschule und einer Kölner Einrichtung zu realisieren. Pula Difate unterrichtet etwa 600 Kinder im Alter von 6 - 12 Jahren und bietet daneben Platz für eine Gruppe von Kindern im Kindergartenalter.
Das Amt für Kinder, Jugend und Familie der Stadt Köln unterstützt diese Partnerschaft durch verschiedene Fachkräftebegegnungen. So diente der letzte Fachaustausch im Oktober 2005 z.B. dazu, Methoden der schulischen Bildung zu optimieren und Schritte einzuleiten, einen außerschulisch organisierten Aktionsraum zu schaffen, um den Aufenthalt im "Schutzraum" Schule zu verlängern und eine sinnvolle Alternative zu einem ansonsten eingeschränkt lebenswerten sozialen Umfeld anzubieten.
Aus dieser Partnerschaft ist in Zusammenarbeit mit der Klinsmann-Stiftung und dem
Blücher-Gymnasium ein Projekt zur WM 2006 entstanden. Eine Gruppe Schülerinnen und Schüler aus Mamelodi erhält die Möglichkeit, an einem Kleinfeldturnier in Potsdam mit Schulen aus ganz Deutschland im Rahmen der WM teilzunehmen. Im Anschluss daran wird Köln besucht.