Politische Beziehungen zwischen Südafrika und Deutschland Die bilateralen politischen Beziehungen haben sich seit 1994 zu einer engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit auf hohem Niveau entwickelt, In vielen Grundsatzfragen besteht eine breite Übereinstimmung. Südafrika ist für Deutschland ein besonders wichtiger politischer Gesprächspartner im Afrika südlich der Sahara. Dabei dient seit 1996 unter anderem die "Deutsch-Südafrikanische Binationale Kommission" als Rahmen für die bilaterale Zusammenarbeit. Die Vorbereitungen für die nächste Zusammenkunft der Kommission in Berlin sind aufgenommen.
Mehrere Bundesländer unterhalten enge Kontakte und auch Partnerschaften mit südafrikanischen Provinzen und führen dort eigene Projekte der entwicklungspolitischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit durch, so beispielsweise Bayern mit Gauteng und Western Cape, Baden-Württemberg mit Kwazulu-Natal, Nordrhein-Westfalen mit Mpumalanga und Niedersachsen mit Eastern Cape.
Politik und Geschichte:
Den Hintergrund der südafrikanischen Geschichte zu kennen bevor man sich auf die Reise macht, ist ratsam. Die geschichtliche Entwicklung dieses Landes ist durchaus interessant und nützlich um einige Zusammenhänge in der heutigen Lebenswelt dort zu verstehen, denn jahrzehntelang war der Staat ein Symbol für Rassismus und geriet wegen der Apartheid international in die Isolierung. Seit dem Ende des Apartheidstaates Anfang der neunziger Jahre hat Südafrika zwar Ansehen gewonnen, aber die enormen sozialen Probleme (Ungleiche Verteilung von ressourcen, eine der höchsten AIDS Raten der Welt, Arbeitslosigkeit) bedrohen weiterhin die Stabilität.
EXKURS: APARTHEID
Das Wort kommt aus dem Afrikaansen entwickelt und bedeutet "Getrenntheit"; gesetzliche Trennung und ungleiche Rechtstellung von Menschen in allen Lebensbereichen aufgrund ihrer Hautfarbe. Die Apartheit diente dazu, die politischen und wirtschaftlichen Vorrechte der Weißen abzusichern. Als der Begriff in Verruf kam, wurde er durch "Getrennte Entwicklung" oder "Multinationale Entwicklung" ersetzt. Das System blieb das gleiche: Radikale Trennung der Rassen, politische und soziale Entrechtung der Schwarzen und Errichtung eines Polizeistaates, um einen Aufstand der schwarzen Mehrheit im Keim zu ersticken. Kernstück der Apartheid war die Homelandpolitik, die die Ausbürgerung der Schwarzen aus Südafrika in eigene Staaten zum Ziel hatte. Apartheid ist nicht nur rigide Beschneidung äußerer Rechte, sie hat den Schwarzen als Individuum entwürdigt. Folgerichtig erklärte deshalb die UNO Apartheid als ein "Verbrechen gegen die Menschlichkeit".
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